Wie mobilisiere ich Verbesserungsvorschläge meines Teams?

Erfolgreiche Ordinationen sind nach meiner Erfahrung stets das Produkt erfolgreicher Teamarbeit. An der Spitze steht ein oder eine entschlussfreudige Chef oder Chefin, die zu delegieren weiß.

Wer unter den niedergelassenen Ärzten neben der fachlichen Bürde auch die wirtschaftlichen Anforderungen des Ordinationsalltags im Alleingang lösen will, ist ein typischer Burn Out Kandidat.
In der Realität wird viel vom Praxispotential verschenkt.

Eine deutsche Analyse von 470 Praxen liefert dabei interessantes Diskussionsmaterial: Laut einer Untersuchung des Düsseldorfer Beratungsunternehmens IFABS hätten 76 Prozent aller Praxisprobleme gelöst werden können, wenn den zuvor gegebenen Anregungen und Vorschlägen der Mitarbeiter Gehör geschenkt worden wäre.

Gleichzeitig zeigte sich, dass die Ärzte die Patientenzufriedenheit um 38 Prozent überschätzten, während ihre Mitarbeiter(innen) nur um 8 Prozent daneben lagen. Die Team-Meinung lag dabei allerdings noch unter den tatsächlich erreichten Werten, was auf eine fundamental unterschiedliche Sicht der Dinge schließen lässt.

Die Gründe, die die Untersuchung für diese Diskrepanz nennt, decken sich weitgehend mit unserer Sicht des Praxisalltages: Die Kommunikation zwischen Arzt und Ordinationshelferin ist gering bis inexistent. Teambesprechungen werden auf regelmäßiger Basis nur in fünf Prozent der Ordinationen abgehalten. Über substantielle Arbeitsthemen spricht OrdinationschefIn kaum mit seinen Angestellten. Zudem signalisieren die Vorgesetzten sehr häufig, dass sie bewährte Abläufe nicht verändern wollen. Dies passiert sogar manchmal unter Hinweis auf das Qualitätsmanagement, auch wenn die Abläufe ganz und gar nicht optimal ablaufen.

Wir empfehlen unseren Klienten, in regelmäßigen Gesprächsrunden – und wenn dies nur der gemeinsame Kaffee nach der Sprechstunde ist – das Thema auf potentielle Verbesserungen zu lenken – und mit den Vorschlägen der Mitarbeiter konstruktiv umzugehen. Sie sind oft näher am Patienten als es der Dienstgeber manchmal wahrhaben will.
 
Quelle: (MEDplan-)Kolumne von Frau Mag. Iris Kraft-Kinz, erschienen im „Medical Tribune“

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