Unsere Klienten behandeln diese Fragen sehr unterschiedlich. Falls mehrere Mitarbeiter in der Ordination arbeiten, lohnt es sich auf alle Fälle, auf ein einheitliches Erscheinungsbild zu achten. Die Kleidung des Teams muss dabei nicht unbedingt weiß sein, sondern kann durchaus auch einige Farbtupfer aufweisen. Gerade Praxen mit einem nennenswerten Kinderanteil berichten dabei von guten Erfahrungen. Wer bereits in die Tiefen der Corporate Identity eingedrungen ist, sollte die gewählten Unternehmensfarben natürlich auch in der Kleidung umsetzen. Der Erkennungsfaktor ist bei den Patienten enorm.
Eine Aufschrift mit dem Praxisnamen „Ordination Dr. X“ unterstützt dabei auch den Denkvorgang des trägsten Patienten. Weniger großzügig ist die Kleidungsfrage beim Chef selbst zu handhaben. Unsere Erfahrungen und Umfragen zeigen, dass die Patienten einen Arzt in Weiß erwarten und in dieser Haltung nicht enttäuscht werden möchten. Wir raten dazu, sich danach zu richten: Mitarbeiter sollen einheitlich und auch durchaus bunt auftreten, der Arzt sollte sich an das Rollenspiel des weißen Outfits halten.
Einzige Ausnahme dieser Regel stellen Kinder dar. Untersuchungen zeigen, dass der Arzt im weißen Mantel bei Kindern Angst hervorruft. Ein Allgemein-Mediziner mit gemischtem Patientenstamm (Kinder wie Erwachsene) hat uns in einem Arbeitsmeeting von seiner eleganten Vorgangsweise berichtet: Sobald ein Kind als Patient den Behandlungsraum betritt, zieht er seinen weißen Mantel aus und ordiniert im Polo oder T-Shirt oder was auch immer er darunter trägt. Die Atmosphäre entspanne sich merklich und die Kinder reagieren sehr positiv auf diese kleine Geste. Sicherlich ein Tipp zum Nachmachen.
Gender-Hinweis: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der Texte wurde die männliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung eines jeweils anderen Geschlechtes. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Quelle: (MEDplan-)Kolumne von Frau Mag. Iris Kraft-Kinz, erschienen im „Medical Tribune“