Durch Digitalisierung zu mehr Professionalität
Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Telemedizin halten Einzug in den Praxisalltag – doch muss die Innenarchitektur an die neuen Anforderungen angepasst werden?
Tendenziell werden Arbeitsabläufe wie Terminbuchung, Check-In, Anamnese, Aufklärung, Diagnostik und Dokumentation durch die Automatisierung (KI) effizienter. Routineaufgaben werden minimiert. Die Patientenversorgung wird optimal organisiert und es steht mehr Zeit für die Patienten zur Verfügung.
Nach wie vor ist jedoch ein optimierter Praxisgrundriss von entscheidender Bedeutung. Ein sicherer Patientenfluss mit eindeutiger Orientierung und logistisch geplante Abläufe sichern den Ertrag des ärztlichen Unternehmens.
Mehr Aufenthaltsqualität im Wartebereich
Was viele Ärzte unterschätzen: Das Design einer medizinischen Einrichtung dient unter anderem auch einem ökonomischen Zweck. Wenn sich die Patienten in der Warte- und Behandlungsumgebung wohlfühlen, hat das Auswirkungen auf die Mitarbeitereffizienz und auf das Betriebsergebnis. Zufriedenes Personal ist weniger krank und bleibt dem Unternehmen länger erhalten.
Ein angenehm gestaltetes, behagliches Ambiente stimmt Patienten positiv auf die Behandlung ein und hinterlässt auch bei längeren Wartezeiten keinen negativen Eindruck. Je besser die Aufenthaltsqualität im Wartezimmer, desto reibungsfreier verläuft der Praxisalltag. Ein ausreichend bemessener Wartebereich dient der Repräsentation der Ordination und gewährleistet Sicherheit und Orientierung bei Vollauslastung bzw. Pandemien. Da sich durch digitale Organisation weniger Patienten im Wartebereich befinden, entsteht mehr Privatsphäre und die Ansteckungsgefahr wird geringer. Eine übersichtliche und beruhigende Gestaltung mit wertigen Materialien reduziert Stress und vermittelt ärztliche Professionalität.
Beim Empfang laufen alle Fäden zusammen
Empfang und Backoffice werden durch Self-Check-In Terminals, Online Terminisierung und automatisierte Telefonassistenten (KI) entlastet. Die Raumgestaltung im Empfangsbereich kann durch die Verkleinerung des Tresens offener und kommunikativer ausfallen. Selbstbedienungsstationen und Tablets stehen für die Eingabe von Patientendaten und E-Card Auslese zur Verfügung.
Durch digital unterstützte Anamnese wird die Diskretion beim Empfang verbessert, denn nicht immer ist genügend Abstand zwischen Empfang und Wartebereich realisierbar.
Durch papierlose Bewältigung von Patientendaten entfällt das Archiv, durch Online-Terminisierung Teile vom Backoffice . Die freigewordenen Flächen können für zusätzliche Behandlungsräume genutzt werden.
Kommt die Telemedizin?
In Skandinavien (z.B. Schweden) werden Videosprechstunden für die Entlastung des Gesundheitssystems erfolgreich eingesetzt. Patienten können früher aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Nachsorge erfolgt über App und Video. Im dünn besiedelten Raum oder bei Ärztemangel können Fernbehandlungen Ressourcen bestmöglich einsetzen.
Um Telemedizin anbieten zu können, sollte ein Raum für Videosprechstunden geeignet sein. Es wird Schalldämmung und gute Beleuchtung für Kamera Setups benötigt sowie neutrale professionell Hintergründe.
Fazit
Digitalisierung führt zu einem klaren Wandel: Die Anforderungen an die technische Infrastruktur wird anspruchsvoller, ja sie wird zum zentralen Bestandteil der Architekturplanung. Vernetzte Diagnostikgeräte vereinfachen die Routinearbeit. Es gibt weniger überfüllte Warteräume, dafür mehr Privatsphäre. Der Empfangsbereich wird offener und kommunikativer. Die Aufklärung wird einfacher und individueller, da sie mit digitalen Tools erfolgt und sicher zu dokumentieren ist.