Wie überzeuge ich meine Mitarbeiter vom Qualitätsmanagement?

Mag.-Iris-Kraft-Kinz

Das ärztemagazin setzte über Wochen in seinem Serviceressort einen Schwerpunkt beim Thema Qualitätsmanagement in Arztpraxen – eine Herausforderung, die nicht von allen Teammitgliedern in der Ordination mit der gleichen Begeisterung aufgenommen wird. Qualitätsmanagement bedeutet in vielen Bereichen das Ende von eingefahrenen Gewohnheiten – und damit Umstellungen, denen nicht immer mit Freude begegnet wird. Dabei ist gelebtes Qualitätsmanagement Teamarbeit. Es ist wichtig, den Mitarbeitern die langfristigen Vorteile des kurzfristigen Lernaufwandes vor Augen zu führen. QM bringt Klarheit und eindeutige Strukturen. Davon profitieren auch die Mitarbeiter: Zum Beispiel durch festgelegte Qualitätsstandards im QM-Handbuch und in schriftlichen internen Regelungen (IR), durch einen klar definierten Aufgabenbereich (Stellenbeschreibung), durch eine eindeutige Position in der Hierarchie (Organigramm) und durch professionell organisierte Zusammenarbeit in strukturierten Teambesprechungen.

Ein entscheidender Vorteil von QM ist aber auch – und das ist für Praxischefs ebenfalls interessant -, dass dadurch Rechtssicherheit im Handeln für die Praxismitarbeiter entsteht. Durch präzise Arbeitseinweisungen, definierte Zuständigkeiten und Personalpläne wird festgelegt, welche delegierfähigen Leistungen die Assistenz alleinverantwortlich ausführen darf. Das schützt vor mögliche Haftpflichtfällen. Auch von den Hygienestandards und der Umsetzung der gesetzlichen Forderungen beim Arbeitsschutz und bei der Arbeitssicherheit profitiert das Praxisteam im Sinne der persönlichen Gesundheitsfürsorge, die ja beispielsweise auch den Impfschutz umfasst. QM wird wegen des steigenden Wettbewerbs im österreichischen Gesundheitssystem immer wichtiger.

Es ist wichtig, dem Team die Sinnhaftigkeit des QM-Systems vor Augen zu führen. Nur dann werden die Regeln gelebt, die anfangs so mühsam erarbeitet werden müssen.

Gender-Hinweis: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der Texte wurde die männliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung eines jeweils anderen Geschlechtes. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Quelle: (MEDplan-)Kolumne von Frau Mag. Iris Kraft-Kinz, erschienen im „Medical Tribune“

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