Warum Ärzte ihre Mitbewerber kennen sollten
Niedergelassene Ärzte befinden sich – vor allem in den Ballungszentren – in einer zunehmenden Wettbewerbssituation, in der sie um jeden einzelnen Patienten kämpfen müssen. Besonders schwierig ist die Situation für Ordinationsgründer, die heute vor großen Startproblemen stehen. Für sie, aber auch für die etablierten Kollegen, wird es immer wichtiger, die Stärken und Schwächen ihrer unmittelbar angrenzenden Kollegenschaft zu kennen, die im gleichen Patiententeich fischen. In der Betriebswirtschaft wird dies sehr sachlich „Konkurrenzanalyse“ genannt. Der Arzt soll erkennen, wo die eigenen Chancen im Vergleich zu den Mitbewerbern liegen. Denn das Marketing der Kollegen setzt den Maßstab für das eigene Marketing in Umfang, Ausrichtung und Qualität. Dazu müssen im Vorfeld einige Fragen geklärt werden:
- Wer sind Ihre Konkurrenten?
- Welche Leistungen bieten sie an, und wo liegen deren Unterscheidungsmerkmale zu Ihrer Praxis?
- Sind Ihre Konkurrenten erfolgreich? Welche Bedeutung haben sie in Ihrem Einzugsgebiet? Steigt oder fällt diese?
- Sind die Leistungen der konkurrierenden Praxen eher spezialisiert oder breit angelegt? 5. Welches Praxismarketing betreiben Ihre Mitbewerber?
Vom Vergleich zur eigenen Positionierung
Daneben ist es auch gut zu wissen welche Größe die Praxen haben (gemessen an der Zahl der Scheine) und wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Anhand dieser Informationen lässt sich erkennen, ob Kollegen unmittelbar die gleichen Patienten mit vergleichbaren oder besseren Leistungen ansprechen (hohes Konkurrenzpotenzial), ob der Mitbewerber zwar die gleiche Zielgruppe im Auge hat, aber diese (im Vergleich zu Ihnen) nur mit mäßigem Nachdruck erreicht (mittleres Bedrohungspotenzial) oder ob er sich um ein ganz anderes Klientel kümmert (niedriges Potenzial). Die Orientierung erfolgt natürlich immer an den Besten. Analysieren Sie deren Marketingzugang und prüfen Sie, was Sie dem entgegensetzen können. Sie sollten die guten Ideen nicht kopieren. Sie wären aber schlecht beraten, sich dabei keine Anregungen zu holen.
Gender-Hinweis: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der Texte wurde die männliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung eines jeweils anderen Geschlechtes. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Quelle: (MEDplan-)Kolumne von Frau Mag. Iris Kraft-Kinz, erschienen im „Medical Tribune“